Jedes Mal, wenn wir einem Kind etwas frühzeitig beibringen, das es später für sich selbst hätte entdecken können, wird diesem Kind die Chance genommen, es selbst zu erfinden…

Jedes Mal, wenn wir einem Kind etwas frühzeitig beibringen, das es später für sich selbst hätte entdecken können, wird diesem Kind die Chance genommen, es selbst zu erfinden und es infolgedessen vollkommen zu verstehen.

Kinder funktionieren nicht – und das ist gut so

Vor ein paar Jahren war morgens fertig werden und aus dem Haus gehen mit unseren 3 kleinen Kindern, die keine 2 Jahre auseinander sind, meine allergrößte Herausforderung. Ich war wieder in meinen alten Job zurückgekehrt und hatte dadurch an vier Tagen die Woche gleich drei Termine morgens, für die wir rechtzeitig ankommen sollten: Waldkindergarten – Schule – Arbeit. Auch mit Gleitzeit und der Voraussicht, keine Meetings gleich zum Tagesanfang zu legen, habe ich jeden Tag Stress und Druck empfunden, dass ich einfach funktionieren muss und war – wenn ich ehrlich bin – von meinen Kindern ausgegangen, dass sie dann auch „funktionieren“ würden.

Bis meine Kinder mir das anders gezeigt haben: je mehr ich versucht habe, dass wir morgens alle schneller werden, desto langsamer sind sie geworden. Das war für mich eine deutliche Botschaft, für die ich sehr dankbar bin.

Der Stress, der Druck, das war unser Alltag, die Kindheit meiner Kinder, meine und ihre Lebenszeit.

Diese Idee von “funktionieren” beschäftigt mich in letzter Zeit wieder. In den sozialen Medien tauchen in den letzten Wochen häufiger Artikel auf: Immer mehr Grundschulkinder seien verhaltensauffällig; Eltern würden in ihrem Erziehungsauftrag versagen. Es wird mehr Erziehung gefordert: Bestrafung, Ausschluss vom Unterricht bzw. von der Schule. Eltern sollten sich nicht davor scheuen, strenger, härter bei ihren Kindern „durchzugreifen“, um sie “zu funktionierenden Menschen” zu erziehen.

Warum ich das anders sehe, überlege ich in diesem und zwei weiteren Beiträgen.

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“Schule erstickt die Kreativität” – erster TED-Talk von Sir Ken Robinson vor 10 Jahren

 

Es sind 10 Jahre vergangen, seit dem Sir Ken Robinson seinen ersten TED-Talk Schule erstickt die Kreativität gehalten hat. Inzwischen wurde dieser Talk über vierzig Millionen (40 Millionen!) mal angeschaut – der meistgesehene TED-Talk aller Zeiten. Heute fragt Sir Ken in den sozialen Medien, welchen Einfluss sein Talk hatte, was dieser bei den 40 Millionen Zuschauern bewirkt oder verändert hat.

Das habe ich als Gelegenheit genutzt, mir den Talk wieder anzuschauen und überlegt, was dieser Talk für mich bedeutet.

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Learn Nothing Day – der Tag, an dem ich versucht habe, nichts zu lernen

“Heute ist Learn Nothing Day!” habe ich gestern früh gelernt. Ich hörte zum ersten Mal von diesem Tag. Daraufhin habe ich – zugegeben gleich rebellisch – weiter recherchiert und gelernt, dass zum ersten Mal am 24. Juli 2008 von Freilerner-Mama Sandra Dodd in den USA zu diesem Tag aufgerufen wurde. Learn Nothing Day ist als Feiertag für Freilerner gedacht, da es bei Freilernen keine Ferien oder Feiertage wie im Schulleben gibt.

Bekannt ist dieser Tag am meisten jedoch dafür, dass ein Learn Nothing Day unmöglich ist. Es ist nicht möglich, einen ganzen Tag nichts zu lernen. Menschen lernen, immer, überall, zu jeder Zeit, bei jeder Tätigkeit, jeden Tag. Davon bin ich fest überzeugt. Aber ist es wirklich so? Ich nahm mir vor, diesen Tag, von dem ich gerade neu gelernt hatte, zu würdigen und nichts Weiteres zu lernen.

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“Er spinnt doch!” – die Fantasie unserer Kinder ist grenzenlos und das ist gut so

Ich liebe es, wenn (meine) Kinder von ihrer Welt erzählen, von ihren Gedanken und Ideen darüber, wie wir leben, wie wir in Zukunft leben werden, wie sie sich die Welt von morgen vorstellen. Mich bewegt es, zu erkennen, wie sehr sich unsere Kinder über ihre und unsere Welt Gedanken machen, darüber wie sie dazugehören. Wenn ich mir überlege, mit welchen Fragen sich unsere Gesellschaft zum Leben mit Kindern beschäftigt – dass Kinder auf uns hören, das tun, was wir wollen, das lernen, was wir vorgeben – scheint mir diese Erkenntnis von besonderer Bedeutung zu sein. Manchmal sind die Gedanken und Ideen unserer Kinder so fantasievoll, so weit weg von unserem (geschulten) Wissen und Verständnis für die Welt, dass wir uns schwer damit tun, uns auf diese Gedanken und Ideen unserer Kinder einzulassen.

“Er spinnt doch! Das geht doch gar nicht. Warum lasst Ihr die Kinder so wild fantasieren? Sollten sie nicht besser lernen, wie das alles wirklich funktioniert?“

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Für Kinder ist das Spielen die höchste Form des Lernens

Für Kinder ist das Spielen die höchste Form des Lernens
Für Kinder ist das Spielen die höchste Form des Lernens

Lernen ist Kinderspiel…

…Kinderspiel ist Lernen!

Wer sich für das Thema Lernen interessiert, wird vielleicht auch in letzter Zeit aufgefallen sein, wie oft die Rede von “spielerischem Lernen” oder “spielbasiertem Lernen” und Ähnlichem ist. Hier liegt für mich ein großes Missverständnis vor.

Auf der einen Seite, zeigen diese Ansätze, dass wir doch als Gesellschaft etwas verstanden haben: dass das Spielen für Kinder wichtig ist und in der heutigen Zeit zu kurz kommt. Allerdings zeigen mir diese Begrifflichkeiten, dass wir immer noch den Zielen verfolgen, Kinder zu erziehen, zu lehren, ihr Lernen zu steuern, nach dem, was wir als Erwachsene für wichtig halten.

Es reicht nicht, unseren Kindern “Freispiel”-Zeiten anzubieten oder Lernangebote spielerisch zu gestalten. Spielen ist nicht etwas, was vor oder nach dem Lernen als Ausgleich notwendig ist, sondern Spielen ist gleich Lernen.

Für Kinder ist das Spielen die höchste Form vom Lernen

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