Kinder funktionieren nicht – und das ist gut so

Vor ein paar Jahren war morgens fertig werden und aus dem Haus gehen mit unseren 3 kleinen Kindern, die keine 2 Jahre auseinander sind, meine allergrößte Herausforderung. Ich war wieder in meinen alten Job zurückgekehrt und hatte dadurch an vier Tagen die Woche gleich drei Termine morgens, für die wir rechtzeitig ankommen sollten: Waldkindergarten – Schule – Arbeit. Auch mit Gleitzeit und der Voraussicht, keine Meetings gleich zum Tagesanfang zu legen, habe ich jeden Tag Stress und Druck empfunden, dass ich einfach funktionieren muss und war – wenn ich ehrlich bin – von meinen Kindern ausgegangen, dass sie dann auch „funktionieren“ würden.

Bis meine Kinder mir das anders gezeigt haben: je mehr ich versucht habe, dass wir morgens alle schneller werden, desto langsamer sind sie geworden. Das war für mich eine deutliche Botschaft, für die ich sehr dankbar bin.

Der Stress, der Druck, das war unser Alltag, die Kindheit meiner Kinder, meine und ihre Lebenszeit.

Diese Idee von “funktionieren” beschäftigt mich in letzter Zeit wieder. In den sozialen Medien tauchen in den letzten Wochen häufiger Artikel auf: Immer mehr Grundschulkinder seien verhaltensauffällig; Eltern würden in ihrem Erziehungsauftrag versagen. Es wird mehr Erziehung gefordert: Bestrafung, Ausschluss vom Unterricht bzw. von der Schule. Eltern sollten sich nicht davor scheuen, strenger, härter bei ihren Kindern „durchzugreifen“, um sie “zu funktionierenden Menschen” zu erziehen.

Warum ich das anders sehe, überlege ich in diesem und zwei weiteren Beiträgen.

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Wenn wir uns sorgen, was morgen aus unserem Kind werden wird…

Wir sorgen uns, was morgen aus unserem kind werden wird, dabei vergessen wir, dass es heute schon jemand ist.

Freie Aktive Schule – ein Ort der Selbstbestimmung, der Beziehung und der Entfaltung

Hier in Baden Württemberg geniessen wir in strahlendem September-Sonnenschein die letzten Tage der Freibadsaison. Da ich mich mit einem Beitrag an der Blogparade zum Thema #Schule #selbstbestimmt #unerzogen von Nicola Kriesel und dem Blog Die Physik von Beziehungen beteiligen möchte, lasse ich meine Gedanken ein wenig Richtung Schule wandern, die ab nächster Woche für die Kinder wieder geöffnet hat. Für diesen Beitrag habe ich mir Gedanken gemacht, wie wir zur Freien Aktiven Schule gekommen sind und unsere Erfahrung dabei.

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Von der Uni zur “University of Life” – warum Deschooling für freies Lernen unverzichtbar ist

Ich war die erste Person in meiner Familie, die auf die Uni ging. Obwohl meine Mama damals schon immer sagte, sie würde die “University of Life” besuchen. Als Jugendliche hat mich diese Aussage genervt, vermutlich weil für mich damals mein Verständnis für Bildung und Lernen eng mit Bildungsinstitutionen zusammenhing und ich hart gearbeitet hatte, um einen Platz an der Uni zu bekommen.

Das Leben ist doch keine Uni! dachte ich.

Heute sehe ich das anders. Das Leben ist Lernen. Wir Menschen lernen immer, überall und zu jeder Zeit. Auch wenn wir versuchen, nichts zu lernen, lernen wir etwas. Das habe ich gelernt, als ich versuchte, am Learn Nothing Day nichts zu lernen.

Wenn ich heute daran denke, was meine Mama damals sagte, freue ich mich! Unwissend wurde durch ihre Aussage einen Samen gepflanzt, der sich erst mit meinen eigenen Kindern in mir keimte. Darauf folgte ein dauerhafter Prozess, den ich heute als Deschooling (Entschulung) kenne. Um das Leben als Lernen zu verstehen und zu leben, um das freie und selbstbestimmte Lernen für meine Kinder zu ermöglichen, ist der Prozess des Deschoolings unverzichtbar.

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Freie Entfaltung findet dort statt, wo Vertrauen, Selbstbestimmung und Beziehung Platz haben.

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Kinder brauchen keine Noten, Zeugnisse, Berichte & Co. – aus der Perspektive eines Grundschülers

Endlich Sommerferien! In den letzten Tagen ein Ausdruck der Erleichterung vieler Schüler_Innen, Lehrer_Innen und Eltern. Das Schuljahr ist geschafft, die Zeugnisse erstellt und verteilt.

Die Erkenntnis, dass Noten und unerbetene Bewertungen nicht förderlich und das Selbst(wert)gefühl von jungen Menschen schaden können, ist nichts Neues und wird seit vielen Jahren diskutiert.¹

In vielen alternativen Schulen gibt es keine Noten. Stattdessen werden Alternativen wie Entwicklungs- oder Erfahrungsberichte für die Schüler_Innen zusammengestellt, mit “bewertungsfreien” Tätigkeitsbeschreibungen und Bildern aus dem Schuljahr.

Ich kam mit einem Grundschüler ins Gespräch, der einen solchen Bericht bekommen hatte. Unser Gespräch wurde zu einem Schreibprojekt, das ich hier mit seiner Zustimmung veröffentlichen darf, weil er möchte, dass Erwachsene Kinder besser verstehen.

Ich finde, er hat wirklich etwas Wichtiges zu sagen.

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Kinder sind wertvoll, einfach weil sie sind

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Siehst Du mich? – mit Empathie die Welt verändern

Kennst du das Gefühl, unsichtbar zu sein?

Du bist ein junges Mädchen, das alleine auf der Straße steht, und alle gehen einfach an dich vorbei. Du stehst vor einem Regal im Supermarkt und wirst ohne Worte durch einen Einkaufswagen zur Seite geschoben. Oder du hälst jemandem die Tür auf und er_sie geht einfach durch, ohne dich mal anzuschauen. Dir sagt jemand, wann du essen, wann du ins Bett und wann du aufstehen mußt. Der Ablauf deines Tages ist vorgeplant; keine(r) fragt dich, wie du deinen Tag eigentlich verbringen möchtest.

Wie fühlt sich das an?

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Wenn Toleranz, Achtung und Gleichberechtigung Grundlagen des Familienlebens sind…

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Beziehung ist alles! – Erste Hilfe wenn der Lerndruck droht und wir uns ohnmächtig fühlen

In meinem letzten Beitrag Die Freiheit, sich zu verpflichten, habe ich davon erzählt, wie eine Familie unter Schul- und Lerndruck litt, wie sie diesem quasi wie ohnmächtig ausgesetzt war, das Lernen nur noch als Pflicht wahrnahm. Ich habe beschrieben, warum für mich hingegen die Freiwilligkeit für das Lernen essenziell ist.

Eure Kommentare und unsere Gespräche haben mich weiter nachdenklich gemacht. Was ist, wenn es uns und unseren Kindern so geht? Was können wir tun, um dagegen zu steuern? Wie können wir für mehr Entlastung und Selbstbestimmung sorgen?

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