Jedes Mal, wenn wir einem Kind etwas frühzeitig beibringen, das es später für sich selbst hätte entdecken können, wird diesem Kind die Chance genommen, es selbst zu erfinden…

Jedes Mal, wenn wir einem Kind etwas frühzeitig beibringen, das es später für sich selbst hätte entdecken können, wird diesem Kind die Chance genommen, es selbst zu erfinden und es infolgedessen vollkommen zu verstehen.

Wenn wir uns sorgen, was morgen aus unserem Kind werden wird…

Wir sorgen uns, was morgen aus unserem kind werden wird, dabei vergessen wir, dass es heute schon jemand ist.

“Schule erstickt die Kreativität” – erster TED-Talk von Sir Ken Robinson vor 10 Jahren

 

Es sind 10 Jahre vergangen, seit dem Sir Ken Robinson seinen ersten TED-Talk Schule erstickt die Kreativität gehalten hat. Inzwischen wurde dieser Talk über vierzig Millionen (40 Millionen!) mal angeschaut – der meistgesehene TED-Talk aller Zeiten. Heute fragt Sir Ken in den sozialen Medien, welchen Einfluss sein Talk hatte, was dieser bei den 40 Millionen Zuschauern bewirkt oder verändert hat.

Das habe ich als Gelegenheit genutzt, mir den Talk wieder anzuschauen und überlegt, was dieser Talk für mich bedeutet.

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Von der Uni zur “University of Life” – warum Deschooling für freies Lernen unverzichtbar ist

Ich war die erste Person in meiner Familie, die auf die Uni ging. Obwohl meine Mama damals schon immer sagte, sie würde die “University of Life” besuchen. Als Jugendliche hat mich diese Aussage genervt, vermutlich weil für mich damals mein Verständnis für Bildung und Lernen eng mit Bildungsinstitutionen zusammenhing und ich hart gearbeitet hatte, um einen Platz an der Uni zu bekommen.

Das Leben ist doch keine Uni! dachte ich.

Heute sehe ich das anders. Das Leben ist Lernen. Wir Menschen lernen immer, überall und zu jeder Zeit. Auch wenn wir versuchen, nichts zu lernen, lernen wir etwas. Das habe ich gelernt, als ich versuchte, am Learn Nothing Day nichts zu lernen.

Wenn ich heute daran denke, was meine Mama damals sagte, freue ich mich! Unwissend wurde durch ihre Aussage einen Samen gepflanzt, der sich erst mit meinen eigenen Kindern in mir keimte. Darauf folgte ein dauerhafter Prozess, den ich heute als Deschooling (Entschulung) kenne. Um das Leben als Lernen zu verstehen und zu leben, um das freie und selbstbestimmte Lernen für meine Kinder zu ermöglichen, ist der Prozess des Deschoolings unverzichtbar.

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Freie Entfaltung findet dort statt, wo Vertrauen, Selbstbestimmung und Beziehung Platz haben.

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Kinder brauchen keine Noten, Zeugnisse, Berichte & Co. – aus der Perspektive eines Grundschülers

Endlich Sommerferien! In den letzten Tagen ein Ausdruck der Erleichterung vieler Schüler_Innen, Lehrer_Innen und Eltern. Das Schuljahr ist geschafft, die Zeugnisse erstellt und verteilt.

Die Erkenntnis, dass Noten und unerbetene Bewertungen nicht förderlich und das Selbst(wert)gefühl von jungen Menschen schaden können, ist nichts Neues und wird seit vielen Jahren diskutiert.¹

In vielen alternativen Schulen gibt es keine Noten. Stattdessen werden Alternativen wie Entwicklungs- oder Erfahrungsberichte für die Schüler_Innen zusammengestellt, mit “bewertungsfreien” Tätigkeitsbeschreibungen und Bildern aus dem Schuljahr.

Ich kam mit einem Grundschüler ins Gespräch, der einen solchen Bericht bekommen hatte. Unser Gespräch wurde zu einem Schreibprojekt, das ich hier mit seiner Zustimmung veröffentlichen darf, weil er möchte, dass Erwachsene Kinder besser verstehen.

Ich finde, er hat wirklich etwas Wichtiges zu sagen.

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Kinder sind wertvoll, einfach weil sie sind

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Learn Nothing Day – der Tag, an dem ich versucht habe, nichts zu lernen

“Heute ist Learn Nothing Day!” habe ich gestern früh gelernt. Ich hörte zum ersten Mal von diesem Tag. Daraufhin habe ich – zugegeben gleich rebellisch – weiter recherchiert und gelernt, dass zum ersten Mal am 24. Juli 2008 von Freilerner-Mama Sandra Dodd in den USA zu diesem Tag aufgerufen wurde. Learn Nothing Day ist als Feiertag für Freilerner gedacht, da es bei Freilernen keine Ferien oder Feiertage wie im Schulleben gibt.

Bekannt ist dieser Tag am meisten jedoch dafür, dass ein Learn Nothing Day unmöglich ist. Es ist nicht möglich, einen ganzen Tag nichts zu lernen. Menschen lernen, immer, überall, zu jeder Zeit, bei jeder Tätigkeit, jeden Tag. Davon bin ich fest überzeugt. Aber ist es wirklich so? Ich nahm mir vor, diesen Tag, von dem ich gerade neu gelernt hatte, zu würdigen und nichts Weiteres zu lernen.

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Beziehung ist alles! – Erste Hilfe wenn der Lerndruck droht und wir uns ohnmächtig fühlen

In meinem letzten Beitrag Die Freiheit, sich zu verpflichten, habe ich davon erzählt, wie eine Familie unter Schul- und Lerndruck litt, wie sie diesem quasi wie ohnmächtig ausgesetzt war, das Lernen nur noch als Pflicht wahrnahm. Ich habe beschrieben, warum für mich hingegen die Freiwilligkeit für das Lernen essenziell ist.

Eure Kommentare und unsere Gespräche haben mich weiter nachdenklich gemacht. Was ist, wenn es uns und unseren Kindern so geht? Was können wir tun, um dagegen zu steuern? Wie können wir für mehr Entlastung und Selbstbestimmung sorgen?

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Die Freiheit, sich zu verpflichten (oder auch nicht) – fünf Gründe warum Freiwilligkeit für das Lernen essenziell ist

Neulich im Eiscafé unterhielt sich eine Familie über die Schule. Konkret ging es um Hausaufgaben. Ein Junge (ca. 6 Jahre) konnte einfach nicht verstehen, warum seine große Schwester (ca. 15 Jahre) die ganze Nacht durch Hausaufgaben machen mußte, wenn sie doch dann viel zu müde wäre, um nach dem Eiscafé mit ihm eine Fahrradtour zu machen. Er – und sie – hätten sich doch so darauf gefreut. Seine Schwester hat die Schultern hochgezogen, sagte nichts und hat sich zum Eis einen Kaffee bestellt. Die Mama hat mit Sorgfalt versucht, den Jungen mit einer Erklärung zu trösten:

“Alle müssen Hausaufgaben machen. Keine(r) lernt freiwillig. Irgendwann wirst Du das auch machen müssen.”

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