Zeig mir, wer Du wirklich bist! – Wahres Lernen braucht authentische Beziehungen

Wenn wir im Alltag mit Kindern zusammen sind, befinden wir uns oft in einer oder mehreren Rollen: wir sind z.B. Mutter, Vater, Erzieher_In, Lehrer_In. In diesen Rollen werden uns und unseren Beziehungen zu unseren Kindern viele Erwartungen gestellt. Erwartungen, wie wir uns gegenüber (unseren) Kindern verhalten sollten und wie wir  (unsere) Kinder erziehen sollten: Höflichkeit, gute Tischmanieren, Respekt, Regeln, Grenzen, Lesen, Schreiben, Rechnen beibringen, und Wissen vermitteln. Wenn wir das alles nicht tun, werden Kinder nichts lernen und nicht auf das Leben vorbereitet sein. Oder doch?

Es ist, als ob wir Tarnmäntel tragen. Als Menschen werden wir unsichtbar und können uns weder sehen noch verstehen.

Die gute Nachricht ist: Kinder müssen nicht auf das Leben vorbereitet werden. Sie leben schon. Sie wollen aber mehr vom Leben erfahren und lernen, mit uns zusammen. Denn unsere Kinder suchen den Kontakt zu uns, sie wollen bei uns sein, mit uns leben, sie brauchen uns. Nur wenn sie dann nicht uns begegnen, sondern den Rollen, die wir ausüben, suchen sie vergeblich, treffen nicht auf einen anderen Menschen, und werden selbst in eine Rolle gezwungen. Die Rollen, die wir in unserem Alltag mit Kindern ausüben, stehen authentischen Beziehungen zueinander im Weg. Wenn wir uns alle nur als Rolle begegnen, ist es, als ob wir Tarnmäntel tragen, als Menschen werden wir unsichtbar und können uns weder sehen noch verstehen.

Von Rolle zur Beziehung

Was wäre, wenn wir diese Rollen mal ablegen und einfach wir selbst sein würden? Wenn unsere Kinder in uns Menschen begegnen würden, Menschen mit eigenen Bedürfnissen, Interessen, Vorlieben, Leidenschaften, Werten?

Wer z.B. seine Leidenschaften vorlebt, zeigt wie wunderschön das Leben ist, wie viel Freude entstehen kann, wenn man einfach sich selbst ist und das macht, was man liebt. Das zeigen uns unsere Kinder jeden Tag, und sie wollen auch von uns wissen, was uns bewegt, was uns Freude macht, wer wir sind. Unsere Kinder sind neugierig auf uns und wollen von uns lernen.

Wir brauchen nicht immer lehrreiche Aktivitäten oder Unterhaltung für unsere Kinder ausdenken. Stattdessen können wir nach Lust und Laune unseren eigenen Leidenschaften nachgehen. Egal ob kochen, backen, malen, zeichnen, ein Musikinstrument oder Schach spielen, Geschichte und alte Burgen besuchen, Sprachen lernen, Bücher, Gärtnern,….wir werden gesehen. Und wenn Kinder durch das Vorleben unserer Leidenschaften uns wirklich spüren, kann unsere Beziehung zueinander authentisch werden: wir sind Menschen, keine Rollen mehr.

Wenn wir uns als die Menschen zeigen, die wir sind, als vollständige Menschen mit einer ganzen Palette von Gefühlen, Emotionen – auch die „negativen“ wie Wut, Frust, Trauer, Angst – leben wir vor, dass diese Gefühle menschlich sind, dass sie dazu gehören und sein dürfen. Wir leben vor, dass wir mit diesen Gefühlen leben können, dass sie uns lebendig machen, auch wenn sie uns verunsichern können oder wir Fehler machen.

Auch unsere Kinder sind dann von ihrer Rolle befreit, können sich selbst sein, fühlen sich angenommen und können sich auf eine authentische, gleichwürdige Beziehung zu sich selbst und auch zu uns einlassen.

In Beziehung miteinander, voneinander lernen

Nur wenn wir uns als Menschen begegnen und in authentischen Beziehungen sind, können wir wirklich lernen. In Beziehung werden wir gesehen und angenommen, wir sind sicher und dadurch auch frei, unseren Bedürfnissen und Interessen nachzugehen und zu lernen.

Authentische Beziehungen sind die Grundvoraussetzung für das wahre Lernen.

Welche Beziehungen haben Dich auf Deinem Lernweg beeinflusst? Welche Rollen übst Du in Deinem Leben aus und wie zeigst Du Dein wahres Ich?

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